Tipps & Tricks zur grafischen Gestaltung

Das hier vorliegende Tutorial ist eine Anleitung mit Hilfestellung. Das Besondere dabei ist der grafisch, gestalterische Ansatz aus dem Blickwinkel einer Fotografin. Erfahren Sie wertvolle Tipps und "Insider"-Tricks für Ihr Bildarrangement.

 

Spezialeffekte

 

 

Spezialeffekte sind so etwas wie die Königsklasse der CEWE FOTOBUCH -Gestaltung. Man kann damit unglaublich kreativ sein. Aber ihr Einsatz kann auch gehörig schiefgehen. Mit den Spezialeffekten verhält es sich so ähnlich wie mit dem Salz in der Suppe. Man sollte sie wohl dosiert einsetzen.

 

Der gewählte Effekt sollte die Aussage, die Sie mit Ihrer Seite bzw. dem ganzen Buch machen wollen, unterstreichen und hervorheben, nicht aber überdecken. Ist kaum noch ein Foto im Original-Zustand zu sehen, kann es sich allenfalls um einen Band zum Thema „Verfremdungen“ handeln, für den „normalen“ Gebrauch jedoch ist besonders in dieser Beziehung weniger viel mehr.

 

Überlegen Sie sich, ob das gewählte Foto sich für den von Ihnen vorgesehenen Spezialeffekt auch tatsächlich eignet. Mit Ausnahme des Umwandelns in Sepia- und Grautöne, das sich bei nahezu jedem Bild eignet, sollten Sie bei den anderen Effekten besonders darauf achten, dass Ihr Bild klar strukturiert ist und vor allem die Umrisse gut zu erkennen sind. Sonst läuft man Gefahr, nach Einsatz des Effekts gar nichts mehr erkennen zu können. Außerdem wirken Verfremdungen meist als großflächige Darstellungen am besten, oft eignen sie sich besonders für eine originelle Hintergrund-Gestaltung. Probieren Sie den Effekt aus und übertragen sie das Bild auf Ihre Seite. Klicken Sie auf „Vorschau“, und beurteilen Sie dann, ob der Effekt so ausfällt, wie Sie sich das wünschen. Sollten Sie sich dann gegen den Effekt entscheiden, können Sie über „rückgängig“ den vorherigen Zustand der Seite wiederherstellen.

 

Graustufen

In der Zeit vor Erfindung der Farbfotografie blieb einem gar nichts anderes übrig, als jedes Motiv in Graustufen (also schwarz-weiß) aufzunehmen. Heute wird hingegen zu einem großen Teil in Farbe fotografiert. Schwarz-Weiß-Bilder gelten inzwischen als etwas Besonderes. Häufig kommen sie in der Portrait- und Landschaftsfotografie zum Einsatz. Ein Portrait in Schwarz-Weiß wirkt edel und kann die Persönlichkeit des Fotografierten oft facettenreicher abbilden als ein Farbbild. Eine Landschaft kann in Graustufen besonders stimmungsvoll erscheinen, wenn die Lichtverhältnisse richtig gewählt sind. Ein Schwarz-Weiß-Bild verlangt wesentlich mehr Interpretation durch den Betrachter, als ein Farbbild. Daher ist es nicht einfach nur ein Abbild, sondern ein bewusst gestaltetes Kunstwerk.

 

   

 

 

Sepia-Tonung

Bestimmt haben Sie schon einmal in einer Kiste mit alten Fotos von Ihren Groß- oder Urgroßeltern gewühlt. Wenn die Bilder alt genug sind, haben sie in der Regel einen mehr oder weniger intensiven Braunstich. Z. T. entstand er unabsichtlich durch
chemische Veränderung des Materials. Oft wurde er aber auch eigens durch ein Farb-Bad herbeigeführt. Seit einigen Jahren setzen Portraitfotografen diese Technik wieder vermehrt ein, weil die Tonung die Bilder weich und stimmungsvoll erscheinen lässt und sie ein bisschen „auf Alt trimmt“. Der Einsatz des Sepia-Filters bietet sich also besonders für Portraits an und im allgemeinen für Fotos, die aussehen sollen, als kämen sie aus der Vergangenheit. Für Hochglanz-Glaspaläste im Banken-Viertel eignet sich diese Farbgebung vielleicht nicht ganz so gut wie für alte Gemäuer und schmale Gässchen in der Altstadt.

 

   

Dia-Negativ“ und „Fehlfarben“

Zu jeder Farbe gibt es ein genau passendes Gegenstück: Blau/Gelb, Grün/Rot und Magenta (eine Art Rosa)/Cyan (entspricht in etwa dem Türkisblau). Der Effekt „Dia-Negativ“ kehrt alle im Bild vorhandenen Farben in ihr Gegenteil um. Außerdem kehren sich alle dunklen in helle Bereiche um und umgekehrt. Wendet man diesen Effekt an, so wirken die Darstellungen surreal - irgendwie „nicht von dieser Welt“. Ein ähnliches Ergebnis erreicht man mit der Einstellung „Fehlfarben“, weswegen diese hier nicht gesondert besprochen wird. Mit beiden Filtern kann man sehr interessante Hintergrund-Effekte erzielen.

 

links: Dia-Negativ, mitte: Fehlfarbe, rechts: Original

 

Strichzeichnung

Der Effekt „Strichzeichnung“ verursacht die Reduktion des Bildes auf schwarze Umrisslinien. Wie auch schon bei den beiden vorangegangenen Effekten, ist es hier besonders wichtig, klare und gut strukturierte Vorlagen zu verwenden. Gebrauchen kann man die so verfremdeten Fotos sehr gut als Hintergrund. Sie eignen sich aber auch dafür, um kleine oder größere „Zeichnungen“ in die Buchseite zu integrieren. Fotografieren Sie z. B. das Restaurant, in dem Sie eine Feier veranstalten und verfremden Sie es anschließend zur „Strichzeichnung“. Dieses Bild können Sie dann z. B. neben die Überschrift „Restaurant XY“ platzieren oder an einen anderen dafür geeigneten freien Platz setzen. Das sieht künstlerisch sehr gekonnt aus.

 

Der Unterschied zwischen den Varianten „Strichzeichnung 1“ und „Strichzeichnung 2“ besteht übrigens darin, dass erstere kräftigere und letztere sehr zarte Linien erzeugt. Damit ist „Strichzeichnung 2“ im wesentlichen für sehr kräftig strukturierte Vorlagen geeignet,
da die Linien bei schwachen Umrissen im Original-Bild sonst kaum noch wahrzunehmen sind.

 

   

 

Strichzeichnung 1

 

„Strichzeichnung 2“ (um Sichtbarkeit der Linien zu erreichen, ist das Bild zusätzlich abgedunkelt worden.)

 

Das Original-Bild - ein kleines Souvenir aus Ton, das eigens für den gewünschten Hintgergrund-Effekt fotografiert wurde. Das Türmchen steht auf dem Gartentisch auf einem Bettlaken. Den Hintergrund bildet die weiße Hauswand. Der Aufwand ist gering, die Wirkung groß!

 

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