Es wird immer enger

Obwohl es sich herumgesprochen hat - oder herumgesprochen haben sollte -, dass es nicht allein die Zahl der Pixel ist, die über die Bildqualität entscheidet, setzen die Hersteller immer noch viel daran, die Zahl der lichtempfindlichen Elemente auf den Sensoren zu erhöhen.

 

Anfang 2009 sind bei System-Kameras mit APS-C - und 4/3-Sensoren Auflösungen zwischen 10 MPix und 12 MPix Standard und die höchsten Werte liegen bei 24,4 MPix. Bei den Digitalkompaktkameras wird die Einstiegsklasse von Sensoren mit 8.000.000 Bildpunkten (8 MPix) bestimmt, es gibt eine Vielzahl von 10-MPix-Modellen und die Grenze von 15 MPix ist vor der PMA 2009 fast erreicht. Mit anderen Worten: Es gibt Anfang 2009 Kompaktkameras, die ebenso viele oder mehr Pixel aufweisen, als Systemkameras.

 

Bringt man das mit den oben angesprochenen Sensorgrößen in Verbindung, kann man sich vorstellen, dass die Pixel auf den Kompaktkamera-Sensoren sehr klein und sehr eng gepackt sein müssen. In der Tat weisen die lichtempfindlichen Elemente aktueller Kompaktkameras Seitenlängen um die eineinhalb bis zweieinhalb Mikrometer auf und Pixeldichten von rund 350.000 oder 400.000 Pixel/mm² sind keine Seltenheit. Ein Mikrometer ist 1/1000 mm - darunter kann man sich wenig vorstellen, ebenso wenig, was es bedeutet, dass sich 350.000 oder 400.000 Pixel auf einem Quadratmillimeter drängen.

 

Schauen wir die Sache von einer anderen Seite an. Ein durchschnittlicher, moderner 10,1-MPix-Sensor weist rund 3650 x 2730 Bildpunkte auf, ist rund 6 x 4,5 mm groß und eine passende, angemessen kleine Kompaktkamera misst rund 95 x 55 x 21 mm. Würde man nun 10,1 Millionen 1-Euro-Münzen (Durchmesser 23,25 mm) entsprechend auslegen, dass sie sich berühren, ergäbe das eine Fläche von 84,86 x 64,15 m und die passende Kamera wäre 1330 m breit, 770 m hoch und 294 m tief.

 

       

 

Wenn man weit genug in ein Digitalbild hineinzoomt, wird die Pixelstruktur sichtbar. Bild 2 zeigt den winzigen Ausschnitt im rechten Auge des Vogels, in dem sich Himmel und Fotograf spiegeln.

 

Fotos: Herbert Kaspar

 

Weil das Beispiel so schön ist, rechnen wir noch einmal weiter. Ein fiktiver, aber vorstellbarer 22,6-MPix-Vollformatsensor ist 36 x 24 mm groß und weist 5800 x 3900 Bildpunkte auf. Übertragen wir das in unser Beispiel, so wäre eine passende Kamera rund 2100 m breit, 1650 m hoch und 1100 m tief. Der Sensor hätte eine Größe von 504 x 336 m und statt der 1-Euro-Münzen müsste man rund 22,6 Mio Scheiben mit einem Durchmesser von je 86,8 mm auslegen. Das entspricht dem Durchmesser einer Kaffeetasse.

 

Zugegeben: Im Beispiel sind die Datenleitungen nicht berücksichtigt, die auf dem Sensor Platz beanspruchen, und natürlich gibt es bessere Verwendungszwecke für 10,1 Mio. Euro. Aber die Sache ist doch recht beeindruckend und zeigt: Pixel - sind - wirklich - wirklich - winzig!

 

Wussten Sie... ?
Ein Mikrometer ist der millionste Teil eines Meters bzw. der tausendste Teil eines Millimeters. Ein menschliches Haar ist zwischen 60 und 80 Mikrometer dick; Ausnahmen bestätigen die Regel.

 

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