In einem hübschen Werbespot musste sich George Clooney anhören: „No Martini? No Party!“ Das lässt sich sehr schön auf unser Hobby übertragen: „Keine Kamera? Kein Bild!“ Deshalb eine kleine Abschweifung am Anfang der Fotoschule und ein paar Worte zu einem kleinen Gerät, das man auch als Besitzer einer Top-Spiegelreflex keineswegs von oben herab betrachten sollte.
Eine einfache, schnelle Möglichkeit zu digitalen Bildern zu kommen, haben zahllose Menschen auf der ganzen Welt stets bei sich: ein Handy mit Fotofunktion. Das Fotohandy ist so selbstverständlich geworden, dass man sich kaum vorstellen kann, dass es noch nicht einmal zehn Jahre alt ist. 2000 wurde das erste Fotohandy vorgestellt, ein Jahr später kam das erste Modell nach Deutschland und seitdem hat sich die Qualität der verbauten Kameramodule stetig verbessert. Anfang 2009 können 5 MPix als Standardauflösung angesehen werden und es gibt eine Reihe von Fotohandys, die mit einer Auflösung von 8 MPix aufwarten. Auch hohe Empfindlichkeiten von ISO 800 und ISO 1600 werden Anfang 2009 bereits geboten.
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Das Handy hat sich zum ständigen Begleiter entwickelt - und die Kamera im Fotohandy wurde vom bloßen Gimmick zum brauchbaren Gerät. Neue Modelle weisen sogar schon eine "Lächelautomatik" auf. Foto: SonyEricsson - Joelblit | Dreamstime.com
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Die Objektive sind oft Festbrennweiten mit einer Brennweite um 35 mm [@KB]. Aber auch Zooms, die diese leichte Weitwinkelbrennweite umspielen, sind zu finden. Wenn man die Kamerafunktion des Handys häufiger nutzen möchte, sollte es sich um ein optisches Zoom handeln, die allerdings seltener sind als Digitalzooms.
Bei der weiteren Ausstattung nähern sich Top-Fotohandys den Digitalkompaktkameras an. Für die Belichtungssteuerung findet man Programm- und Motivautomatiken, mehrere Varianten für den Weißabgleich, die Scharfstellung erfolgt per Autofokus, Gesichtserkennung inkl. "Lächelautomatik" wird ebenso geboten wie Bildstabilisierung. In Innenräumen können eingebaute Blitze oder helle LED-Leuchten für Licht sorgen und Serienaufnahmen sind möglich. Der Trend zu großen Handy-Displays für die Anzeige von SMS-Nachrichten oder Webseiten kommt auch der Fotofunktion zugute.
Der große Vorteil des Fotohandys liegt auf der Hand: es ist immer dabei und man kann praktisch immer und überall Bilder machen (was nicht heißt, dass man es auch darf).
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Das „Foto zum sofortigen Gebrauch“ ist die Domäne des Fotohandys. Aber man kann auch Bilder machen, die es wert sind, aufgehoben zu werden - etwa eine Serie von einem Baum im Wandel der Jahreszeiten.
Fotos: H74 | Dreamstime.com ,Herbert Kaspar
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In der Regel wird dieser Vorteil für Schnappschüsse genutzt, die der schnellen Kommunikation mit Freunden dienen. Viele dieser Bilder fallen ebenso schnell der Vergessenheit anheim, wie sie gemacht wurden. Manche werden aber auch in Internetalben veröffentlicht, wo einige später hinderlich für das berufliche Fortkommen sein können. Auch Personalchefs können mit dem Internetbrowser umgehen und freuen sich über allzu eindeutige „Partybilder“.
Aber man kann durchaus mit einem Fotohandy auch solche Fotos machen, bei denen es sich lohnt, sie auf die Festplatte des Rechners zu übertragen oder sie zu drucken. Letzteres ist an Bilderterminals beim Fotohändler dank Bluetooth-Anbindung sogar kabellos möglich.
Da das Fotohandy, wie schon erwähnt, immer dabei ist, eignet es sich bestens für ein Fototagebuch oder für Aufnahmen, die ein Motiv, an dem man immer und immer wieder vorbeikommt, im Laufe des Jahres zeigen. Ein klassisches Beispiel wäre ein Apfelbaum auf einer Wiese an der Straße zur Arbeit. Man muss nicht die Kamera mitnehmen und kann den Baum trotzdem blattlos im frühen Frühjahr, frisch begrünt ein bisschen später, dann mit Blüten, mit Früchten im Spätsommer, mit gelben Blättern im Herbst und schneebedeckt im Winter aufnehmen, dazu bei unterschiedlichen Lichtstimmungen und verschiedenen Witterungsverhältnissen. Aber auch eine Baustelle und der Fortschritt des neuen Gebäudes oder der Firmenparkplatz mit den wechselnden Auto- und Farbkombinationen eignen sich als Motive. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass es zum einen Fixpunkte gibt, an denen man sich bei der Aufnahme orientiert, so dass immer wieder vom selben Standort aus fotografiert werden kann. Zum anderen braucht man Fixpunkte im Bild, die die Orientierung erlauben, wenn so eine Serie gezeigt wird.
Darüber hinaus können Fotofans das Handy auch als Bilder-Notizbuch nutzen. Wenn wieder einmal ein tolles Motiv auftaucht, das mit der Spiegelreflex aufgenommen werden sollte, die natürlich nicht dabei ist, führen das „Notizbild“ und eine kurze Info (SMS an sich selbst) später wieder hierhin zurück.
Gute Fotohandys können in Sachen Ausstattung und Bildqualität mit einfachen Einsteiger-Kompaktkameras konkurrieren und sind für Albumbilder bis 10 x 15 cm, teils auch bis 20 x 25 cm ausreichend. Auch bei der Präsentation auf dem Monitor können Fotohandybilder gut herauskommen.
Wussten Sie ...
…dass das Handy nicht überall so heißt? Unsere Nachbarn in der Schweiz nennen es häufig auch Natel (Abkürzung für „Nationales Autotelefon“), was allerdings eine geschützte Marke der Swisscom ist, so dass sich auch hier das Kunstwort Handy breit macht. Die Italiener lieben das telefonino („Telefönchen“), die Franzosen das portable (das „Tragbare“) und Finnen das matkapuhelin („Reisetelefon“). In England ist das mobile oder mobilephone immer dabei, ein Name, der die Beweglichkeit unterstreicht, während man in den USA häufig den Namen cellphone oder cellular phone hört, was auf die Funkzellen des Netzes zurückzuführen ist. Quelle: Wikipedia
MPix ist eine Abkürzung für Megapixel und wird meist für 1.000.000 Pixel verwendet. In der Digitaltechnik ist „Mega“ allerdings auch für 1024 x 1024, also für 1.048.576 gebräuchlich. Die Angabe von Megapixeln ist also eher für die Einordnung einer Kamera wichtig. Interessanter ist die Angabe über die effektiv genutzten Pixel auf dem Sensor.
[@KB] steht in d-pixx für „Äquivalentbrennweite bei Kleinbild“, das heißt, welche Brennweite ein Objektiv an einer Kleinbildkamera aufweisen muss, um einen entsprechenden Bildwinkel zu erfassen. Die Äquivalentbrennweite errechnet sich aus der echten Brennweite des Objektivs multipliziert mit dem so genannten Crop-Faktor.
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