Ein wesentlicher Unterschied ist, ob das Objektiv fest eingebaut ist oder gewechselt werden kann. Beides hat Vor- und Nachteile.


Vorteile der fest eingebauten Objektive: Wenn man weiß, wo die eigenen Motivschwerpunkte liegen und sich die passende Kamera aussucht, hat man immer die Brennweiten dabei, die man braucht – ggf. von Weitwinkel bis Supertele. Wenn keine Objektive gewechselt werden, kann kein Staub ins Kamerainnere gelangen und den Sensor verschmutzen. Man kommt mit einer kleinen Fototasche aus. Weil die Objektive zum Transport ganz oder zu einem großen Teil im Gehäuse verschwinden, sind viele Kameras hemdentaschentauglich. Bei vielen Kameras wird ein Schutz vor die Frontlinse gefahren, sobald das Objektiv die Ruheposition erreicht hat.
Nachteile der fest eingebauten Objektive: Man ist definitiv auf die Lichtstärke und im Wesentlichen auf den Brennweitenbereich des Objektivs festgelegt. Weitwinkel- und Televorsätze sind mit entsprechenden Wechselobjektiven nicht auf einer Höhe. Bei Zooms wird die Brennweitenverstellung oft über eine Wippe vorgenommen, was nicht so feinfühlig und präzise geht wie die Arbeit mit einem Brennweitenring.
Vorteile der Wechselobjektive: Es gibt für jeden Zweck die richtige Brennweite und den richtigen Objektivtyp – bis hin zu Fisheyes, Makroobjektiven oder Weichzeichnern. Es gibt für jeden Zweck die richtige Lichtstärke – bis hin zu „Lichtriesen“ mit sehr großen Anfangsöffnungen. Man kann zwischen Zooms und Festbrennweiten wählen. Man muss sich nicht beim Kauf auf einen bestimmten Brennweitenbereich festlegen, sondern kann jederzeit aus- oder auch umbauen.
Nachteile der Wechselobjektive: Die Qual der Wahl. Der Kostenfaktor. Je größer die Ausrüstung wird, desto mehr muss man schleppen. Je größer die Ausrüstung, desto eher lässt man etwas zu Hause, was man dann vor Ort schmerzlich vermisst. Beim Objektivwechsel kann Schmutz ins Gehäuse und auf den Sensor gelangen. Da jeder Hersteller ein eigenes Bajonett nutzt, um Kamera und Objektiv zu verbinden, ist man auf die Objektive des Kameraherstellers oder passend ausgestattete Objektive der (inzwischen nur noch wenigen) unabhängigen Hersteller angewiesen. Eine Ausnahme ist das offene 4/3-System, bei dem alle Objektive an allen zur Verfügung stehenden Kameras genutzt werden können. Allerdings macht schon der Schritt zum Micro 4/3-System den Einsatz von Adaptern nötig.
Eine besondere Variante der eingebauten Objektive sind die sogenannten Periskopobjektive. Sie sitzen senkrecht im Gehäuse und erhalten das Licht durch eine Glasscheibe im Gehäuse und einen dahinter angeordneten Spiegel, der in einem Winkel von 45° angebracht ist. Das ermöglicht zum einen sehr schlanke Kameras. Zum anderen ist das Objektiv gut geschützt, was bei Kameras für den rauen Außeneinsatz wichtig ist.
… dass es Wechselobjektive gab (gebraucht sind sie noch zu haben), die sich beim Ansetzen an die Kamera selbst sicherten? Sobald man ein Canon FDObjektiv mit Chromring-Bajonett an die Kamera setzte, drehte eine Feder den Chromring ein Stückchen und das Objektiv konnte schon nicht mehr herunterfallen. Danach konnte man den Ring in Ruhe anziehen.
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