Erschienen in: Zeitschrift DOCMA (Ausgabe 30) - Workshop / Autorin: Eva Ruhland
Egal ob Sie Münzen, Überraschungseier oder Modellautos sammeln – mit einem prachtvollen Fotobuch präsentieren Sie die schönsten Stücke Ihrer Sammlung auf eine reizvolle Art und Weise. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich ein Bilderbuch von Ihrem Hobby machen.
Wer Fotobuch sagt, meint in erster Linie Bücher mit Bildern aus dem Urlaub, vom Nachwuchs oder von Feiern wie Geburtstagen oder Hochzeiten. Doch damit ist das Anwendungsspektrum der hochwertigen Printprodukte aus dem Internet noch lange nicht ausgeschöpft – wer einem Hobby frönt, kann auch die schönsten Objekte seiner Freizeitbeschäftigung in Form eines ansprechend gestalteten Fotobuchs verewigen. Grundsätzlich lässt sich jedes denkbare Hobby mit einem Fotobuch illustrieren – selbst die Sammel-Klassiker Briefmarken oder Münzen, die auf den ersten Blick gänzlich ungeeignet für ein Fotobuch scheinen, da die Sammlung ja bereits in buchähnlichen Alben vorliegt. Doch im Münz- oder Briefmarkenalbum können Sie Ihre wertvollen Stücke lediglich in Originalgrösse präsentieren, während ein Fotobuch nahezu grenzenlose gestalterische Freiheiten bietet.
So offenbaren Makroaufnahmen von Marken, Münzen oder auch Kronkorken und Bierdeckeln interessante Details der Sammlerstücke, die ganzseitig abgebildet werden können, um die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Wesentliche zu lenken. Ideale Kandidaten für das Hobby-Fotobuch sind natürlich Objekte, die sich aufgrund ihres Volumens nicht in einem Album archivieren lassen – beispielsweise Antiquitäten, Figuren oder Modellautos. An Letzteren möchten wir Ihnen die Gestaltung eines Fotobuchs zum Thema „Hobby“ näher bringen und Ihnen zeigen, worauf es beim Fotografieren und Layouten ankommt. Wie den meisten Hobbyisten liegen auch Ihnen mit Sicherheit schon zahllose Aufnahmen Ihrer Freizeitaktivität(en) vor – idealerweise als hochauflösende Dateien aus der Digitalkamera. Doch bevor Sie sich an die Bildauswahl setzen, ist meist noch das eine oder andere Fotoshooting nötig, um dem Fotobuch die nötige „Würze“ zu verleihen. Beispiel Modellautos: In den meisten Fällen sind Aufnahmen der Fahrzeuge in der Totalen oder im Rennbetrieb vorhanden. Was oftmals fehlt, sind Detailaufnahmen sowie freistellbare Objekte wie Motoren, Reifen oder sonstige Kleinteile, die man zur visuellen Auflockerung auf den Bilderseiten verteilen kann. Ebenfalls oft vergessen wird der menschliche Bezug zum Hobby – Sie selbst, Vereinskollegen oder spielende Kinder nehmen reinen „Produktseiten“ die sterile Komponente und bringen Leben ins Album. Weitere illustrative Elemente für die Seitengestaltung finden Sie beim Surfen im Web – etwa in grossen Bilddatenbanken wie www.fotolia.com nach der Eingabe entsprechender Schlagwörter. Sobald Sie alle Fotos und Illustrationen gesammelt haben, beginnen Sie mit der Gestaltung des Fotobuchs im Editor, hier gezeigt am Beispiel im Online-Fotoservice von CEWE.
Willkommen: Die Begrüssung
Die erste rechte Seite im Fotobuch – im Editor die Seite 1 – sollte den Titel Ihrer Publikation, einen erklärenden Untertitel sowie den Namen des Autors enthalten. Im Modellauto-Beispiel illustriert der Titel „Der Mini-Rennstall“ die Nähe des Themas zu echten „grossen“ Rennwagen, während im Untertitel „RC-Car-Impressionen von Max Mustermann“ sowohl das Thema als auch der Autor/Fotograf erwähnt werden. Der kleine freigestellte Reifenstapel unten rechts lockert die ansonsten recht langweilig wirkende Seite auf und stellt einen direkten visuellen Bezug zum Thema dar.
Aufmacher: Interesse generieren
Direkt nach der Seite 1 im Hobbybuch sollten Sie grafisch in die Vollen gehen, um den Betrachter in die Thematik hineinzuziehen. Nichts ist dazu besser geeignet als ein doppelseitiger Aufmacher mit einer formatfüllenden Abbildung. Löschen Sie dazu alle vordefinierten Rahmen auf den Seiten 2 und 3, bevor Sie das hochauflösende Aufmacherbild (für eine A4-Doppelseite mindestens 8 Megapixel gross) aus der Bildübersicht über die Arbeitsfläche ziehen. Im Menü „Weitere Bildeinstellungen“ küren Sie das Foto mit „Als Hintergrundbild setzen“ zur Seiten füllende Aufmachergrafik.
Bildüberschrift und -unterschrift
Bei doppelseitigen Aufmacherbildern sollten Sie sparsam mit Text umgehen – eine witzige Überschrift in einem homogenen Bildbereich sowie eine kleine Bildunterschrift zur Erklärung des Motivs sollten reichen. Durch die Abstimmung von Schriftart und Farbe lassen sich amüsante Anspielungen auf zum Thema passende Unternehmen und deren Corporate Identity unterbringen – im Beispiel sorgt die weisse Arial Rounded vor blauem Hintergrund für eine Assoziation zur CI des Tankstellenkonzerns Aral. Die erklärende Bildunterschrift findet klein und dezent am unteren Rand Platz.
Bildstrecke mit Aufmacher
Spannung und Dynamik lassen sich auch mit einer „halben“ Aufmacherseite erzeugen. Im Beispiel wurde das hochformatige Aufmacherfoto als Hintergrundbild definiert, während den beiden Fotos rechts ein fertiges Vorlagenformat unter„Layout > Seitenlayout > 2 Bilder pro Seite“ zugewiesen wurde. Zur späteren Verwendung können Sie dieses Layout auch sichern: Einfach die Seite im Arbeitsbereich markieren und in der Werkzeugleiste auf „Layout speichern“ klicken. Sie erkennen das gespeicherte Layout an dem grünen Stern im Kreis links oben in den Layout-Miniaturen.
Grafsche Elemente einstreuen
Reine Bilderseiten lassen sich sehr gut mit den Layoutvorlagen für vier oder mehr Bilder pro Seite unter dem „Layout > Seitenlayout“ gestalten. Für Auflockerung im rechteckigen Bilder-Einerlei sorgen Sie durch das Einstreuen freigestellter Bildelemente wie der Fernbedienung auf der rechten Seite unten. Der entsprechende Bildrahmen der Vorlage wurde dazu einfach entfernt, und der Freisteller unten rechts so positioniert, dass er die Seitenränder leicht überlappt, sich also teilweise ausserhalb des Anschnitts befindet.
Freisteller und Bilder überlappen
Der Fotobucheditor bietet keine Funktion zum Freistellen von Bildern, sodass Sie die nötigen Vorbereitungen für teiltransparente Grafikelemente in Photoshop durchführen müssen. In diesem Beispiel wurde der Reifenstapel vor einer transparenten Hintergrundebene mit dem Zauberstab markiert und anschliessend das untere Drittel von der Auswahl abgezogen, bevor der markierte Bereich gelöscht wurde. Transparente Bereiche erkennt der Fotobucheditor automatisch, wenn Sie die Datei im PNG-Format speichern. So wurde aus dem deckenden TIFF (linke Buchseite) ein teiltransparentes PNG (rechts).
Kino-Feeling: Widescreen-Bildfolgen
Besonders für Detailaufnahmen von Sammlerobjekten geeignet: Die „Widescreen“-Anordnung mit extrem langgezogenen Aufnahmen bis zum Seitenrand. Indem Sie die seitlichen Anfasser der Bildrahmen nach aussen ziehen, werden die Rahmen länger und der Bildausschnitt korrespondierend dazu vergrössert. Wenn die gewünschte Breite erreicht ist, legen Sie mit gedrückt gehaltener Maustaste den Bildausschnitt fest. Achtung: Für Widescreen-Bilder wie den Kühlergrill im Beispiel benötigen Sie sehr hochaufgelöstes Bildmaterial, ansonsten kommt es zu deutlich sichtbarer Pixelbildung! Dies wird Ihnen durch ein Symbol mit einem Ausrufezeichen signalisiert.
Vorsicht bei schräg gestellten Bildern
Viele Layoutvorlagen enthalten gedrehte oder angeschrägte Bildrahmen, deren Verwendung mit grösster Vorsicht zu geniessen ist. Zunächst einmal sind schräg gestellte Fotos bei Grafikprofs nicht ohne Grund verpönt – diese Art der Anordnung wirkt amateurhaft und unästhetisch. Viel schlimmer noch ist jedoch der mögliche Verlust von Bilddynamik durch die falsche Drehung des Rahmens – gut zu sehen auf der linken Beispielseite. Das schräg stehende Fahrzeug wird durch die Drehung wieder gerade gerückt und verliert dadurch seine ganze Dynamik, die im geraden Rahmen auf der rechten Seite erhalten bleibt.
Licht, Kamera, Action: Filmsequenz
Aus Screenshots von einer DVD- oder Camcorder-Aufnahme lassen sich interessante Action-Sequenzen generieren, die in einen Filmstreifen-Rahmen gepackt werden können. Dazu benötigen Sie zunächst die passende Filmstreifengrafik, die Sie unter „Layout > Passepartout > Mehr herunterladen“ erhalten. Klicken Sie im Feld „Buntes“ auf die Schaltfäche „Download“, um zusätzliche Rahmengrafiken von der CEWE-Website herunterzuladen. Anschliessend finden Sie zwei Filmstreifenrahmen unter dem „Passepartout“-Reiter in der Kategorie „Buntes“.
Dreharbeiten: Filmsequenz einfügen
In den Layoutvorlagen für 8 bis 10 Bilder pro Seite fnden sich viele Vorlagen, die grosse Bilder mit mehreren, untereinanderstehenden, kleinen Bildern kombiniert. Ziehen Sie eine solche Vorlage über die Buchseiten und fügen Sie die Einzelbilder der Videosequenz in die kleinen Bildrahmen ein. Anschliessend versehen Sie die Bildrahmen mit den zuvor heruntergeladenen Filmstreifengrafiken.
TIPP Besondere Kino-Atmosphäre entsteht durch die Verwendung einer dunklen Hintergrundfarbe.
Layoutvorlagen: Segen und Fluch
Wie bereits erwähnt, können Sie auf zahllose Layoutvorlagen zurückgreifen und auch eigene, besonders gelungene Seiten als Vorlage speichern. Um diese später wieder auf eine neue Seite anzuwenden, wählen Sie unter „Seitenlayout“ die Option „Alle anzeigen“ und ziehen Sie die gewünschte Layoutminiatur über die entsprechende Buchseite. Nun versucht der Editor, alle vorhandenen Bilder in der Layoutstruktur unterzubringen – was unter Umständen zum unbeabsichtigten Löschen bereits platzierter Fotos führt. Sollte dieser Fall eintreten, machen Sie die letzte Aktion mit einem Klick auf den gelben Pfeil nach links in der Werkzeugleiste rückgängig.
Umgang mit Layoutvorlagen
Um Stress bei der Verwendung von Layoutvorlagen zu vermeiden, ziehen Sie immer zuerst die Vorlage auf eine leere Seite und füllen erst dann die Dummy-Rahmen mit den gewünschten Bildern. Beim Löschen von kompletten Bildrahmen sollten Sie Vorsicht walten lassen: Wenn die Option „Automatische Anpassung des Layouts beim Einfügen oder Löschen von Bildern“ eingeschaltet ist, kann das fatale Folgen für die aktuelle Doppelseite haben, da der Editor versucht, ein neues Layoutschema für die verbliebenen Bilder zu fnden. Also am besten diese Option ausgeschaltet lassen!
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